Zug um Zug -
Schwimmen lernen
Wassergewöhnung: Situation Wasser ohne Vorerfahrung bewältigenLernstufe 1: In vertikaler Position im Wasser bewegen
- Auf Matten krabbeln und versuchen, im Stand auf den Matten zu balancieren
- Im bauchtiefen Wasser am Schwimmbrett hüpfen
- Eine Kinderschlange geht und hüpft durchs knietiefe oder bauchtiefe Wasser
- Hampelmann im stehtiefen Wasser probieren
- "Es regnet aus den Schwämmen": die im Wasser liegenden Schwämme ausdrücken
- Im schultertiefen Wasser sich an eine Poolnoodle hängen
- Im schultertiefen Wasser zwischen zwei Poolnoodles hängen
- Mit zwei Poolnoodles Motorrad fahren
- Der Lehrer zieht die Schüler in Bauchlage oder Rückenlage mit verschiedenen Griffen (Achsel-, Arm-, Handgriff) und schiebt die Schüler, die z. B. ihre Arme auf ein Schwimmbrett oder eine Poolnoodle legen
- In Rückenlage schweben: mit dem Kopf auf der Schulter des Lehrers, der in Hockposition rückwärts geht
- An einer Poolnoodle oder zwischen zwei Poolnoodles schweben
- Am Schwimbrett mit einem Pullbuoy gleiten
- Schüler, die an einem Leinenende hängen, schleppen
- Aus einer Hockposition, z. B. von der Treppe oder von einer Bank, zum Lehrer oder zum Rand oder zur Matte gleiten
- In Rückenlage mit einem Brett unter dem Kopf "strampeln" (mit und ohne Lehrerhilfe)
- Zwischen zwei Poolnoodles hängen und mit den Beinen strampeln (Rücken- und Bauchlage)
- Mehrere Kinder hängen in Rücken- oder Bauchlage an den Poolnoodles
nebeneinander und strampeln (mit und ohne Lehrerhilfe)
- Möglichst mit zwei oder drei Kindern gleichzeitig üben!
- Immer alle Kinder im Blick behalten!
- Nicht immer, aber immer öfter, ohne Hilfsmittel üben!
- Lehrer demonstriert, und Schwimmschüler imitieren ihn!
- Die Inhalte der vorherigen Lernstufen variieren und wiederholen!
- Kleine Spiele im bauchtiefen Wasser organisieren:
- Namensspiel: Lehrer ruft "Daniela", und alle Kinder gleiten, hüpfen, laufen zu Daniela
- Phantasie- und Rollenspiele, zum Beispiel Indianerspiel: Ganz leise durchs Wasser schleichen und sich klein machen; nachdem der Feind besiegt wurde, einen Indianertanz veranstalten und brüllen
- Kreis dreht sich im Uhrzeigersinn und dann gegen den Uhrzeigersinn
- Der Kreis wird ganz klein (Schüler joggen oder hüpfen zur Kreismitte), der Kreis wird ganz groß (Schüller joggen oder hüpfen wieder zurück)
- Kettenfangen: 2-er-Kette fängt zwei weitere Kinder, und aus einer 4-er-Kette werden dann wieder zwei 2-er-Ketten
- Seite frei halten - Materialien aus dem Feld der Mitspieler ins Feld der Gegenspieler werfen
- Mit Bällen und anderen Materialien frei, das heißt ohne
Anleitung, im Wasser spielen
- Im bauchtiefen Wasser möglichst hoch springen und möglichst tief landen
- Im bauchtiefen Wasser hüpfen und eine halbe Schraube oder eine ganze Schraube versuchen
- Vom Rand, aus dem Sitz, aus der Hocke oder aus dem Stand ins Wasser springen (mit und ohne Lehrerhilfe)
- "Bombe" vom Rand
- Vom Rand auf ein Schwimmbrett springen
- "Wie Flipper": Delfinsprünge (vorwärts, rückwärts und seitwärts) probieren
- Gegenstände vom Beckenboden fischen
- Kein Anlauf am Beckenrand!
- Keine Rückwärtssprünge, keine Schrauben vom Rand!
- Keine Kopfsprünge ins bauchtiefe Wasser! Das Wasser muss
dafür mindestens 180cm tief sein!
Top-Tipps
Lernstufe 3c: Ins Wasser eintauchen, ins Wasser und unter Wasser ausatmen
- Intensiv duschen und mit Rasierschaum eine Schneeballschlacht organisieren
- Linke Wange, dann rechte Wange, dann Hinterkopf und dann Gesicht (Hände zuerst noch vor dem Gesicht, dann mit geschlossenen Augen) auf das Wasser legen
- Unter dem Seil hindurch oder in einen auf der Wasseroberfläche liegenden Reifen hineinkrabbeln
- Tischtennisbälle und Luftballons, die im Wasser liegen, anblasen und treiben
- An einem Stab oder an der Treppe abtauchen und Luftblasen produzieren
- Am Rand mit "Beinestrampeln" ein- und ausatmen
- Unter Wasser den Mund mit Wasser füllen und über Wasser den Mund leer pusten (10-mal wiederholen)
- Gegenstände vom Beckenboden fischen
- In Bauch- und Rückenlage mit und ohne Brett im bauchtiefen Wasser zum Rand hin und vom Rand weg gleiten
- Ins bauchtiefe Wasser springen, sich auf den Beckenboden hocken
und "große Blasen blubbern"
Die ersten antriebswirksamen Bewegungen im Wasser empfinden Kinder als Sensation. Folgende didaktische Frage ist deshalb nahe liegend: Mit welchen komplexeren Bewegungen können während der Episode "Situation Wasser ohne Vorerfahrungen bewältigen" möglichst viele Antriebserlebnisse problemlos vermittelt werden?
Vorschläge:
- "Raddampfer": In Bauchlage mit den Armen rudern und mit den Beinen strampeln -möglichst mit dem Gesicht im Wasser
- "Ruderboot": In Rückenlage mit den Armen neben der Hüfte paddeln und mit den Beinen strampeln
- "Hubschrauber": In Bauchlage mit den Armen kreisen und mit den Beinen strampeln -möglichst mit dem Gesicht im Wasser
- "Raddampfer" und "Hubschrauber" mit regelmäßiger Ein- und
Ausatmung
- Lehrende sollten sich immer wieder bewusst machen, dass die Kinder selbst entscheiden:
- ob sie ins fremde Element Wasser hineinklettern
- ob sie sich vom Beckenrand lösen und im bauchtiefen Wasser laufen, hüpfen
- ob sie sich mit Hilfe ins Wasser legen
- ob sie sich ohne Hilfen ins Wasser legen
- ob sie mit und ohne Hilfen ins Wasser springen
- ob sie sich im Wasser absinken lassen
- ob sie sich im bauchtiefen und dann im tiefen Wasser mit
Bewegungen antreiben und eine Strecke bewältigen
- Für die Episoden Situation Wasser ohne und mit Vorerfahrungen bewältigen sind die Prinzipien von Gildenhard (1986) unverzichtbare Orientierungen:
- Nach dem Grobformprinzip werden um Beispiel Kreisbewegungen der Arme (mehr oder weniger in der Horizontalen und in der Vertikalen) und der Fersen (mehr oder weniger in der Horizontalen) und Auf- und Abbewegungen der Beine demonstriert und von den Schülern grob imitiert.
- Nach dem Kombinationsprinzip werden die Teilbewegungen verschiedener Schwimmarten miteinander kombiniert,.z. B. Brustarmzug mit Kraulbeinschlag.
- Nach dem Vielseitigkeitsprinzip sollen die Schüler die Bewegungssituation Wasser mit vielen verschiedenen Bewegungen erfahren.

